Bildwortmarke des Deutschen Bundestages . - Schriftzug und Bundestagsadler
English    | Français   
 |  Sitemap  |  Kontakt  |  Fragen/FAQ  |  Druckversion
 
Startseite > Blickpunkt Bundestag > Blickpunkt Bundestag - Jahresübersicht 2001 > Deutscher Bundestag - Blickpunkt 07/2001 Inhaltsverzeichnis >
07/2001
[ zurück ]   [ Übersicht ]   [ weiter ]

Suchbild

Cullens Reichstag

Der amerikanische Historiker Michael S. Cullen, einer der besten Kenner der Geschichte des Reichstagsgebäudes, schreibt uns zu unserem letzten Suchbild:

Michael S. Cullen.
Michael S. Cullen.

In der parlamentarischen Sommerpause des Jahres 1953 wurde das Bonner Bundeshaus zur Rheinseite hin erweitert, wobei der Plenarsaal als Dekoration an der Stirnseite einen übergroßen, schweren, aus Gips bestehenden Adler in den Maßen 5,3 Meter mal 6,3 Meter erhielt. Entworfen hatte ihn der von den Nazis verfolgte renommierte Bildhauer Ludwig Gies (1887-1966).

Am 5. Juni 1987 votierte der Bundestag für den Abriss des von Hans Schwippert entworfenen Bundeshauses, das dem Parlament so lange gedient hatte. Allerdings sollte der Adler gerettet und in den Neubau des Architekten Günter Behnisch integriert werden. So wollten es der Bundestag, Gies' Erben und so verlangte es auch das Urheberrecht. Bei den Abrissarbeiten wurde der Adler in 25 Teile zersägt und in einem Depot eingelagert.

Im Behnisch-Bau wurde ein Adler mit gleichen Abmessungen installiert – allerdings aus Aluminium. Die Frage nach der Form des Bundestagsadlers stellte sich erneut bei der Konzeption des Plenarsaals im Reichstagsgebäude. Lord Norman Foster lehnte die alte Form des Adlers ab. Er fand den Vogel, in Bonn auch "Fette Henne" genannt, zu lethargisch, zu lahm und zu dick. Allerdings waren sich die Parlamentarier bereits einig, dass sie den Adler von Gies haben wollten und sonst keinen. Foster war unglücklich, bis sich ihm ein Ausweg bot: Sein Entwurf für den Plenarsaal sah eine Rückwand aus Glas vor. So wäre der Adler auch von der Rückseite aus sichtbar. Das war die Chance, einen eigenen Adler zu entwerfen.

Die hat er genutzt: Die Rückseite zeigt einen etwas aggressiveren, selbstbewussteren, nicht so behäbigen Adler. Auch dieser Vogel ist aus Aluminium. Er ist 6,8 Meter hoch, 8,5 Meter breit und wiegt 2,5 Tonnen. Der Adler ist von Foster als sein eigenes Kunstwerk signiert worden, und zwar am 18. Dezember 1998, dem Tag der Aufhängung.

Der Bundestagsadler.
Der Bundestagsadler.

Viele Leser haben gewusst, dass das Foto auf S. 58 unserer Juni-Ausgabe einen Teil des Bundestagsadlers darstellt, der im Plenarsaal des Reichstagsgebäudes zu sehen ist. Der Hauptpreis, eine Berlinreise, ging an Hartmann Steinbeck aus Wilhelmshaven. Nachzutragen ist noch die Hauptgewinnerin des Rätsels aus der Ausgabe 5/2001, Renate Richter aus Erlangen. Sie und alle übrigen Gewinner werden benachrichtigt.

Quelle: http://www.bundestag.de/bp/2001/bp0107/0107090e
Seitenanfang
Druckversion