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Thema: Zugriff auf Verwaltungsvorgänge und -Daten

 
12.09.2002, 18:33 Uhr

motze
Posts: 1

Zum eigentlichen Thema, Zugriff auf Verwaltungsakten:

Welche Akte wird denn heute *nicht* an einem PC zumindest Teilweise erstellt? Und im Zeitalter des Internet sind die Zeiten ja auch vorbei, in denen man einen berittenen Boten losschicken musste, um Informationen zu holen.

Ich denke, im Zweifel hätte der Staat bitteschön alles an Informationen herauszurücken, was er besitzt. Ausnahmen/Grenzen ziehe ich für Datenschutz.

Und damit das ganze auch noch handhabbar wird, wie wäre es mit einer Speziellen Aktensuchmaschine als Portalseite, von der aus man dann zu der jeweiligen Behörde springen kann?

Die Sicherheitsprobleme halte ich für lösbar, ein wenig guten willen vorausgesetzt

Volker Motzkus
11.09.2002, 13:49 Uhr

treczoks
Posts: 117

Lieber Herr Bizer,
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Original von administrator:
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Original von treczoks:
Zweiter Versuch, meinen ersten Text hat das Forum wegen login-Timeouts gefressen :(
Lieber Herr Treczok, mal ehrlich, Sie wären doch der erste gewesen, der uns wegen zu wenig Sicherheit gerüffelt hätte. Das time out ist genau richtig, um sich kurz und präzise zu fassen.
Jein... Ich habe Ihre Boardsoftware noch nicht getestet, daher kann ich über die Effizienz (noch) nichts sagen, und auch nichts über verantwortbare Timeouts. Das Alte Forum war da einfacher, weil ich Notes 'rauf und 'runter beherrsche. Der Zweite Grund ist allerdings schlagend ;)

quote:
Mit jeder weiteren Aktion verlängert sich die Zeit übrigens. Sie müssen also zwischendurch schon mächtig nachgedacht haben.
Ahem, Transparenz? Wie lange habe ich denn nun?



[ Dieser Beitrag wurde von Christian Treczoks am 11.09.2002 editiert. ]
11.09.2002, 13:35 Uhr

administrator
Posts: 4
[Administrator]

quote:
Original von treczoks:
Zweiter Versuch, meinen ersten Text hat das Forum wegen login-Timeouts gefressen :(

Lieber Herr Treczok, mal ehrlich, Sie wären doch der erste gewesen, der uns wegen zu wenig Sicherheit gerüffelt hätte. Das time out ist genau richtig, um sich kurz und präzise zu fassen. Mit jeder weiteren Aktion verlängert sich die Zeit übrigens. Sie müssen also zwischendurch schon mächtig nachgedacht haben.

Herzlich Ihr Johann Bizer
11.09.2002, 10:56 Uhr

treczoks
Posts: 117

Zweiter Versuch, meinen ersten Text hat das Forum wegen login-Timeouts gefressen :(

Und dritter Versuch, mit Cut&Paste...

Eine wirklich transparente Verwaltung kann man nur erreichen, wenn die Zugriffe auf die Daten für alle möglich ist, und gleichzeitig die Verantwortung für jeden Vorgang nachvollziebar ist.

Zum ersten gehört, dass die Daten und Vorgänge in einheitlichen, lesbaren Formaten vorliegen, z.B. XML. Alle Daten und Vorgänge müssen über eine einheitliche Grundstruktur verfügen, die Informationen wie

  • Eineindeutige Dokumentenidentifikation;
  • Listen von Lese- und Schreibberechtigten;
  • Kontakt zum zuständigen/verantwortlichen Sachbearbeiter(1);
  • Linkliste(2) zu Dokumenten, die für dieses Dokument/diesen Vorgang relevant sind - Sowohl andere Verwaltungsdokumente, als auch Gesetzestexte oder Verwaltungsvorschriften;
  • Signaturen der Bearbeitenden;
  • Änderungshistorie;
  • Verschlagwortung;

(1) z.B. wenn ich einen Tippfehler in einem Antragsformular von mir entdecke: Ein Klick, und ich kann eine EMail/ein Memo an den Sachbearbeiter oder die entsprechende Stelle/Behörde schicken, direkt mit einem Link auf das betroffene Dokument, und mich dazu äußern, und das Ganze signiert abschicken. Der Sachbearbieter, der die Mail bearbeitet, bekommt direkt den betreffenden Vorgang dazu, und muss nicht erst Aktenberge durchwühlen, und kann mit nach der Änderung eine Antwort in ein virtuelles Postfach hinterlegen.
(2) Liste von Dokumentenidentifikationen, bei einer Web-Oberfläche als Link realisierbar.

Zum Zweiten gehört eine durchgehende "Signatur-Landschaft", mit digitalen Amtssiegeln und Unterschriften von den Behördenseiten, und digitalen Unterschriften von Bürgern oder Zugriffen mit entsprechendem Berechtigungsschlüssel nach Identifikation durch z.B. Personalausweis (also: Oma Meier kommt ins Rathaus, um ihre Grundbucheinträge zu sichten. Sie identifiziert sich gebenüber dem entsprechenden Schalterbeamten Herrn Müller mit Ihrem Perso. Der loggt sie mit einem entsprechenden Vertretungs- oder Vollmachtschlüssel ein, der eine Unterschrift der Art "Frau Johanna Meier, Identifiziert durch Peronalausweis Nr. XXX gegenüber Herrn Oberamtmann Müller, der mit seiner Signatur bestätigt, die Identifikation geprüft zu haben, signiert mit dem Vertretungs- und Vollmachtschlüssel XYZ" ermöglicht)

Zum Datenschutz dann noch folgende Ideen:


  • Zugriff auf öffentliche Daten dürfen keine Identifizierung vorrausetzen.
  • Zugriff auf nichtöffentliche Daten müssen durch Authentifizierund und Verschlüsselung vor Fremdzugriff geschützt sein.
  • Lesezugriffe durch den Bürger dürfen unter keinen Umständen mitgeloggt werden dürfen.
  • Schreibzugriffe müssen Authentifiziert und signiert sein, und in einer manipulationsgeschützten Historie vermerkt sein(3).
  • Eventuell auch Protokollierung aller Lesezugriffe durch Behörden.

(3) Ausnahme evtl. anonyme Kommentare zu bestimmten öffentlichen Dokumenten.

Wenn das ganze dann noch unter einer Zentralen Adresse verfügbar und sinnvoll durchsuchbar ist, den digital benachteiligten entsprechende Zugangsmöglichkeiten über öffentliche Terminals in den Behörden ermöglicht wird, es sowohl Push- als auch Pull-Zugriffe gibt(4), dann kommen wir langsam an eine moderne Verwaltung heran.
(4) D.h. es sollte auch möglich sein, Suchabfragen in dem System abzuspeichern, um bei Dokumenten, die bestimmte Themen berühren, eine Information zu bekommen, wie "Änderungen am Bebauungsplan in meiner Stadt", oder "Ausschreibungen für Tiefbauarbeiten".

Damit man auch an die wirklich wichtigen Informationen kommt, sollten Dokumente und Verwaltungsakte möglichst frühzeitig zur Verfügung stehen. Ein (digitales) Aushängen, nachdem bereits alles in trockenen Tüchern ist, und nachdem auch die letzte Einspruchsfrist vorbei ist, ist nicht Sinn und Zweck des Ganzen. Ein frühzeitiges Formen von Verwaltungsvorgängen durch die betroffenen Bürger kann helfen, den Staat wieder dahin zu lenken, wo er hingehört: in die Dienste des Bürgers.
 
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