A.f.
Sehr geehrter Herr Abgeordneter,
ich denke, es geht schon lange nicht mehr um eine positive und
gedeihliche Entwicklung Deutschlands. Es ist mir in jeder Hinsicht
völlig unverständlich, wie in unserem Lande die Zukunft
sehenden Auges verspielt wird. Dabei geht es schon gar nicht mehr
um ein paar Milliarden mehr oder weniger Schulden. Letztendlich
wird der Euro wohl genauso in einer Währungskrise untergehen,
wie vorangegangene Währungen auch. Viel schlimmer als alle
diese Probleme ist die Demographie. Während man hierzulande
von politischer Seite gerne verniedlichend von "demographischem
Wandel" schwafelt, geht es in Wahrheit um eine Katastrophe
ungeahnten Ausmaßes. Dabei wird von den pol. Verantwortlichen
zu allem Überfluss auch noch so getan, als ob es
hauptsächlich nur um die Generation der heute
30-45-jährigen geht. Das ist kompletter Schwachsinn, wenn ich
mir die gegenwärtige Geburtenrate so anschaue. Denn bei einer
Geburtenrate von ca. 1,3 Kindern/Frau (Tendenz kontinuierlich
fallend) setzt sich das Demographie- und damit Rentenproblem immer
weiter fort. Deutschlant schrumpft so mit jeder Generation um etwa
1/3. Daraus könnte man also schließen, dass unserer
Staatsführung das Schicksal unseres Landes irgendwie komplett
egal ist. Denn sie tut nichts (von etwas Kosmetik und Gerede mal
abgesehen). Die Farbe der pol. Führung ist hier völlig
austauschbar. Da ich hiermit nicht das Thema verfehlen möchte,
kann der Bezug zum Haushalt leicht hergestellt werden, denn dieses
Thema (Bevölkerungspolitik) hat in erheblichem Maße mit
Finanzen zu tun (wenn auch eine ganze Reihe weiterer Aspekte von
erheblicher Bedeutung ist). Wie z.B. können sie erklären,
dass unser Staat verbissen auf max. 460(?) Millionen Euro für
Familienförderung ringt, gleichzeitig aber mal locker 2 ooo
ooo ooo Euro (durch "großes Verhandlungsgeschick") für
Brüssel zusätzlich in der Tasche hat? Dies ist nur ein
Beispiel. Von Kongo-Militäreinsätzen, Heimatverteidigung
am Hindukusch und ähnlichen teuren Abenteuern mal
abgesehen.
Diese irrsinnige Vernachlässigung des Fundamentes unseres
Landes-ein Land ohne Kinder hat keine wirkliche Zukunft-wird nun
mittlerweile seit Jahrzehnten betrieben und dabei fällt
unseren polit. Vertretern nichts anderes ein als auf private
Rentenvorsorge zu verweisen. Die Vorstellung, dass die einzige
effektive und dauerhaft funktionierende Altersvorsorge nur die
gesunde Alterspyramide sein kann, kommt unseren Volksvertretern
wohl gar nicht mehr. Sollte es so sein, dass sich der Staat
für überhaupt nichts mehr zuständig fühlt und
alles nur noch zur Privatsache erklärt (vom Steuern kassieren
mal abgesehen)? Dann frage ich mich allerdings, wofür die
Damen und Herren Repräsentanten noch ihr Einkommen beziehen.
Kurz und gut, der Staat sollte seiner Verantwortung gerecht werden
und endlich Politik zum Wohle des Volkes und vor allem für die
Zukunftsfähigkeit Deutschlands tun. Dies kann nur gelingen,
wenn Deutschland endlich wieder ein normales Verhältnis zu
Kindern und Familie entwickelt. Das dies möglich ist,
können wir Beispielhaft in unserem Nachbarland Frankreich
sehen (selbst in den USA ist die Geburtenrate wesentlich
höher). Denn eines dürfte klar sei: Geht die Entwicklung
so weiter wie bisher, ist das ganze Gerede um mehr Wachstum nichts
weiter als Geisterbeschwörung. Wie sagte schon Henry Ford:
"Autos kaufen keine Autos". Es gibt in Deutschland nicht zu viele
Rentner. Man sollte endlich damit aufhören, die Deutschen
ständig gegeneinander auszuspielen (jung gegen alt, arm gegen
reich, ost gegen west, und im Zweifelsfalle ist der
gewöhnliche Beamte der Geldvernichter). Es gibt nur zu wenig
junge Menschen. Apropos Subventionsabbau: EU-Europa ist wohl das
größte Subventionsmonster der Welt. Aber scheinbar ein
Tabuthema. Das Argument, Deutschland profitiert besonders von der
EU ist irreführend. Den Titel des Exportweltmeisters verdankt
Deutschland nicht irgendwem, sondern einzig und allein seiner
eigenen Leistungsfähigkeit und dem Fleiß seiner
Bürger. Also dann, ran an den Subventionsabbau!
A.F. P.S. Ich habe 3 Kinder und erwarte das 4. Aber nicht wegen,
sondern trotz unserer Politik.
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