Haushalt 2006 und folgende
Sehr geehrter Herr Abgeordneter,
Eine Haushaltssanierung in der gegenwärtigen Situation
erfordert auch eine drastische Verbesserung auf der
Einnahmeseite.
Von 2000 bis 2005 sind die Arbeitnehmereinkommen nominal um 2,5 %
gestiegen, die Unternehmens- und Vermögenseinkommen um 31%.
Die kaufkraftbereinigten Netto-Reallöhne liegen auf dem Niveau
von 1996.
Der Anteil der Arbeitnehmereinkommen am Volkseinkommen ist von 75%
in 1980 auf jetzt 66% gesunken, der Anteil der Unternehmens- und
Vermögenseinkommen stieg von 25% auf 34%.
Umgekehrt ist die Steuerquote der Unternehmen trotz exzellenter
Erträge dramatisch zurückgegangen, liegt weit unter dem
europäischen Durchschnitt und hat riesige Löcher in den
Haushalt gerissen.
Grund ist die Ausnutzung der "Steuergestaltungsfreiräume",
also die Nutzung von Steuerschlupflöchern.
Entweder diese Lücken werden konsequent geschlossen oder der
Haushalt ist nicht sanierbar.
Weitere Belastungen der Bevölkerung mit ihrem ständig
sinkenden Einkommen führen nur zu noch weniger
Binnennachfrage, noch weniger Wachstum und noch mehr
Arbeitslosigkeit.
Wir haben nicht CDU gewählt, damit es allen Konzernen besser
geht, sondern damit es allen Menschen besser geht.
Die Regierungsmitglieder haben geschworen, den Nutzen des deutschen
Volkes zu mehren. Vom Nutzen der Konzerne ist im Amtseid nicht die
Rede.
Sie müssen die Schwerpunkte in der Haushaltspolitik
ändern sonst ruinieren Sie das Wohl der Nation.
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