Navigationspfad: Startseite > Presse > Aktuelle Meldungen (hib) > Februar 2011 > Gro�e Anfrage zu einer "an den B�rgerrechten ausgerichteten Polizei"
”Gewaltt�tige �bergriffe der Polizei wie j�ngst etwa in Stuttgart sowie die immer wieder auftretenden Schwierigkeiten, Straftaten in den Reihen der Polizei aufzukl�ren“, g�ben indes Anlass zur Sorge, hei�t es in der Vorlage weiter. Immer wieder gebe es ernstzunehmende Vorw�rfe gegen Polizisten wegen Misshandlungen oder unverh�ltnism��iger Gewaltanwendung. 2009 seien bundesweit gegen Polizisten 2.955 Ermittlungsverfahren wegen T�tungsdelikten, Gewaltaus�bung, Zwang und Missbrauch eingeleitet worden. Dem im Juli 2010 von Amnesty International ver�ffentlichten Bericht ”T�ter unbekannt – mangelnde Aufkl�rung von mutma�lichen Misshandlungen durch die Polizei in Deutschland“ zufolge w�rden jedoch nicht alle Vorw�rfe gegen Polizisten zur Anzeige gebracht. Zudem w�rden die zur Anzeige gebrachten Vorw�rfe laut diesem Bericht h�ufig nicht umfassend aufgekl�rt.
Damit die Polizei in Deutschland ”ihrer Verantwortung und ihrer Pflicht, die Menschen- und B�rgerrechte zu achten und zu sch�tzen, noch besser als bislang gerecht wird, bedarf es einer Reihe von Ver�nderungen und Verbesserungen“, schreibt die Fraktion in der Vorbemerkung. Ihrer Ansicht nach sollten alle Polizisten im Amt durch eine sichtbare Kennzeichnung identifizierbar sein. Dies diene ”der M�glichkeit der Ermittlung bei rechtswidrigen �bergriffen von Polizeibeamten“ auf B�rger und wirke zugleich vertrauensbildend. Dar�ber hinaus bed�rfe es ”umgehender, umfassender, unparteiischer und unabh�ngiger Ermittlungen“ von Seiten der Strafverfolgungsbeh�rden, wenn Grund zu der Annahme bestehe, dass Polizisten Menschenrechtsverletzungen begangen haben.
Wissen wollen die Abgeordneten unter anderem, ob die Bundesregierung eine individuelle Kennzeichnungspflicht f�r Polizisten auch in geschlossenen Eins�tzen bef�rwortet. Zudem erkundigen sie sich danach, welche Beschwerdem�glichkeiten und M�glichkeiten zum Erstatten einer Anzeige wegen vermeintlichen polizeilichen Fehlverhaltens derzeit vermeintliche Opfer haben. Auch fragen sie unter anderem danach, ob es Bestandteil der Aus- und Fortbildung von Polizisten ist, ”dass Folter und andere Misshandlungen, unverh�ltnism��ige Gewaltanwendung, Rassismus und Diskriminierungen nicht toleriert werden sowie gegebenenfalls Disziplinarstrafen und strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen“.
Deutscher Bundestag, PuK 2 - Parlamentskorrespondenz
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