Bildwortmarke des Deutschen Bundestages . - Schriftzug und Bundestagsadler
English    | Français   
 |  Sitemap  |  Kontakt  |  Fragen/FAQ  |  Druckversion
 
Startseite > Blickpunkt Bundestag > Blickpunkt Bundestag - Jahresübersicht 2001 > Deutscher Bundestag - Blickpunkt 08/2001 >
08/2001
[ zurück ]   [ Übersicht ]   [ weiter ]

11. BERICHT ZUR ENTWICKLUNGSPOLITIK

"Kluft zwischen Arm und Reich hat sich erneut vergrößert"

(ez) Die Kluft zwischen Arm und Reich hat sich im letzten Jahrzehnt weiter vergrößert, erklärt die Regierung in ihrem 11. Bericht zur Entwicklungspolitik, den sie als Unterrichtung ( 14/6496) vorgelegt hat.

Die Einkommenslücke zwischen dem reichsten Fünftel der Weltbevölkerung und dem ärmsten Fünftel im Jahr 1997 lag danach bei einem Verhältnis von 74:1, während es 1990 noch 60:1 und 1930 nur 30:1 betragen habe. Die drei reichsten Menschen der Welt verfügen damit über ein größeres Vermögen als das gemeinsame Bruttoinlandsprodukt der 49 ärmsten Entwicklungsländer.

Die Grenze zwischen Arm und Reich verlaufe aber nicht mehr zwischen Nord und Süd, sondern zunehmend zwischen Gewinnern und Verlierern der wirtschaftlichen Globalisierung.

Das gelte für Staaten oder Regionen wie auch für die unterschiedlichen Chancen von Männern und Frauen in der jeweiligen Gesellschaft. Insgesamt müssten weltweit drei Milliarden Menschen ihr Überleben mit weniger als zwei US-Dollar pro Tag bestreiten, die Zahl der Hungernden wird mit 800 Millionen Menschen angegeben. Von 1,2 Milliarden Armen mit weniger als einem Dollar täglich lebe knapp die Hälfte in Südasien und etwa ein Viertel im südlichen Afrika. Die weltweiten Probleme mangelnder Bildung (880 Millionen Jugendliche könnten nicht lesen und schreiben), von Bevölkerungswachstum, Ausbreitung von Krankheiten und die Veränderungen wirtschaftlicher und politischer Strukturen seien gleichzeitig Folge und Ursache der Armut.

Landflucht und Bevölkerungsballung in den Megastädten der Entwicklungsländer führten zu Strukturproblemen und Gewalt. Die rasante Aids-Verbreitung gefährde bisherige Fortschritte und mache viele Chancen zunichte. Wirtschaftlich stellten die Aus- landsverschuldung der ärmsten Länder, ihre unzureichende Beteiligung am Welthandel und Auswirkungen internationaler Finanzkrisen entscheidende Hindernisse und Risiken dar.

Quelle: http://www.bundestag.de/bp/2001/bp0108/0108059a
Seitenanfang
Druckversion