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Neue Jobperspektiven

ARBEIT

Annette hat über ihr Auslandspraktikum ein Zertifikat erhalten.
Annette hat über ihr Auslandspraktikum ein Zertifikat erhalten.

Frau arbeitet am Computer.
Arbeit und Ausbildung grenzenlos - kein Problem in Europa.

Annette Rief hat einen Traum: „Einmal im Ausland arbeiten, wäre toll, zum Beispiel in Spanien”, sagt die 22-Jährige und lacht. „Wenn es möglich gewesen wäre, hätte ich dort gern einen Teil meiner Ausbildung absolviert.” Aber ihr Spanisch sei einfach noch nicht gut genug, fügt sie schnell hinzu, und so blieb sie in Deutschland. Auf den Traum vom Ausland wollte Annette trotzdem nicht verzichten. Sie wollte raus aus dem oberschwäbischen Weingarten nahe des Bodensees, wo sie gerade bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) eine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau macht. Raus, neue Erfahrungen machen, dazulernen — auch wenn es nur für ein Praktikum ist, dachte Annette. Dann hörte sie von „Xchange”, einem von der Europäischen Union geförderten internationalen Austauschprogramm, das sich speziell an Lehrlinge in der Alpenregion richtet. Für einen Praktikumsplatz bewerben können sich deutsche Jugendliche, die ihre Ausbildung in Baden-Württemberg oder Bayern absolvieren, Lehrlinge aus den österreichischen Bundesländern Salzburg, Tirol und Vorarlberg sowie aus Liechtenstein, dem italienischen Südtirol und der Schweiz. „Man braucht nur angeben, was für einen Praktikumsplatz man sucht, das übrige wird von Xchange organisiert”, erzählt Annette.

In ihrem Fall jedoch war es gar nicht so leicht, einen passenden Platz zu finden. Veranstaltungskauffrau ist ein relativ neuer Ausbildungsberuf. Selbst in Deutschland gibt es noch nicht viele Stellen in diesem Bereich, und in anderen EU-Ländern sieht es nicht anders aus. Aber Annette hatte Glück: „Xchange” fand für sie einen Praktikumsplatz im schweizerischen Kanton Thurgau. Rund 50 Kilometer von Weingarten entfernt, auf der anderen Seite des Bodensees, suchte das Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg eine Praktikantin für ihren Veranstaltungsbereich. Dorthin wechselte sie im vergangenen November für eine vier wöchige Hospitanz. „Genauso etwas habe ich gesucht, denn dort konnte ich den Job aus einer anderen Perspektive erleben”, sagt Annette. Bei der IHK sei sie meistens dafür zuständig, externe Firmen für Veranstaltungen zu buchen. „In Budgetplanung, Vertragsgestaltung und Pressearbeit habe ich deshalb schon einige Erfahrung”, sagt sie, „aber in Arenenberg konnte ich mithelfen, Programme selbst zu organisieren. Eine super Erfahrung!” Nicht nur in fachlicher Hinsicht hält Annette das Auslandspraktikum für sinnvoll: „Eigentlich sollte jeder Lehrling das einmal machen. Es ist einfach wichtig, seinen Horizont zu erweitern.” Überrascht hat sie in der Schweiz vor allem die Einstellung der Menschen. „Die sind dort viel gelassener, nicht so hektisch, auch wenn es viel zu tun gibt. Ein „Geht nicht” habe ich nie gehört, immer ein „Schauen wir doch mal, wie wir es hinkriegen!”




Marina Schuster (FDP)

Statement: Arbeiten in Europa

Foto: Marina Schuster (FDP).

„Wenn junge Menschen im europäischen Ausland studieren oder arbeiten — und umgekehrt hierher kommen —, dann sind sie die besten Botschafter, die wir uns wünschen können. Ich merke immer wieder auf meinen Reisen, wie sehr die Zusammenarbeit mit anderen Kulturen und Menschen — gerade auch aus Deutschland — geschätzt wird. übrigens auch in Entwicklungsländern, die ich häufig besuche. Und was liegt heute näher, als in Paris, Stockholm oder Madrid zu arbeiten? Leider hatte ich nicht die Zeit für einen längeren Arbeitsaufenthalt im europäischen Ausland. Heute würde ich es mir nicht mehr entgehen lassen: die einmalige Chance, eine fremde Sprache fließend zu sprechen und die Menschen mit ihrer kulturellen Besonderheit besser kennenzulernen.”

Marina Schuster, Jahrgang 1975, ist seit 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages. Sie ist Diplom-Kauffrau, kommt aus Greding in Mittelfranken und ist Mitglied im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages.
marina.schuster@bundestag.de
www.marina-schuster.de


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Text: Sandra Schmid | Fotos: Deutscher Bundestag, Annette Rief, Picture-Alliance
Erschienen am 22.03.2007

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