Ralf Hanselle
Boheme vor dem Absturz
Der Gesprächskreis Kultur und Politik der SPD
diskutierte die Lage der bildenden Künstler in
Deutschland
Kunst ist schön, darf aber nichts kosten. Betrachtet man
die gegenwärtige soziale Lage von bildenden Künstlern in
der Bundesrepublik, dann scheint klar: Was viel Arbeit macht,
bringt wenig Geld. Laut einer aktuellen Umfrage, durchgeführt
vom Berufsverband Bildende Künstler (BBK) Leipzig, nimmt ein
Künstler in Sachsen durchschnittlich lediglich 287 Euro im
Monat aus dem Verkauf seiner Werke ein. Dabei liegt junge deutsche
Kunst auf dem internationalen Kunstmarkt durchaus im Trend. Mancher
Absolvent der Leipziger Kunsthochschule wird derzeit als kommender
Malerfürst durch die Szene gereicht. Die breite Mehrheit
jedoch kann an diesem Boom nicht partizipieren. Die
ökonomischen Rahmenbedingungen für freischaffende
Künstler in Deutschland sind so schlecht wie selten. ...
Helmut Merschmann
Grenzüberschreitende Ästhetik löst sich von
Traditionen
Das Berliner Haus der Kulturen der Welt zeigt eine
Ausstellung "Über Schönheit" in der Kunst
Über Geschmack lässt sich trefflich streiten.
Über Schönheit nicht. Seit dem antiken Goldenen Schnitt
hat in der westlichen Kultur ein fester Schönheitsbegriff alle
Zeiten und Wenden überdauert. Weder die moderne Kunst mit
ihrer Destruktion alles Schönen, noch die unselige Renaissance
des ...
Eva Grundl
Die Veränderung der Sicht auf die Welt
Kostbarkeiten der Buchmalerei aus dem Spätmitteltalter
im Konstanzer Rosgartenmuseum
Es war im Jahre 1513, als der Maler Ulrich Taler aus beruflichen
Gründen von Augsburg nach Konstanz am Bodensee
übersiedelte. Dort angekommen, nahm er bei Hans Widmer, einem
der vielen ortsansässigen Schreibmeister Quartier und
unterrichtete gleich noch dessen Tochter in seiner Kunst. "Male mir
...
Ines Gollnick
Medienkritik als Nischendasein
Wie Zeitungen das TV beobachten
Ein Leben ohne Fernsehen ist für die meisten Deutschen
nicht vorstellbar. Etwa dreieinhalb Stunden täglich schaute
2004 der Bundesbürger im Durchschnitt in die Flimmerkiste.
Trotzdem fristet die Medienkritik in den Zeitungen ein
Nischendasein. Manche kapitulieren ganz. "Die Zeit" zum ...